Offener Brief - Störfall HKW über Nordstadt in Pforzheim am 15.01.2010

Offener Brief


Sehr geehrter Herr Seitz,
sehr geehrte Damen und Herren,

"am frühen Freitagmorgen um 5.15 Uhr verursachte ein Leck an einem Rohr im Heizkraftwerk Pforzheim nach Angaben der Pforzheimer Stadtverwaltung eine Betriebsstörung.

Durch einen so genannten „Rohrreißer“ kam es zu einer Spontanverdampfung des Kesselwassers. Durch den starken Druckstoß wurde der Schalldämpfer im Schornstein beschädigt und die Steinwolle, die als Dämmmaterial dient über den 100 Meter hohen Schornstein herausgeschleudert. In Teilen der Nordstadt gab es daraufhin einen Niederschlag von kleinen Flocken des Dämmmaterials.usw."

Zu dieser Betriebsstörung haben wir Einwender beim Anhörungstermin am 05.02.2009 gegen Müllmitverbrennung im HKW folgende Fragen:


1. Wie lange hat die Betriebsstörung gedauert bzw. wurde das HKW abgeschaltet?
2. Welche Wahrscheinlichkeit besteht für sogenannte „Rohrreißer“ und einen Wiederholungsfall?
3. Welche Maßnahmen hat das HKW geplant, um weitere derartige Betriebsstörungen zu vermeiden?
4. Wie wurde die Betriebsstörung dokumentiert? Druckabfall des Kesseldrucks? Erkennung der "braunen   Wattebällchen"?
5. Welche Informationen wurden vom Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) heraus gegeben?
6. Was ergaben die Untersuchungen der "braunen Wattebällchen" durch das Chemische Institut?
7. Wurden bei den Untersuchungen der "braunen Wattebällchen" durch das Chemischen Institut Schadstoffemissionen  aus der Verbrennung festgestellt und wie erfahren dies die Bürger?
8. Sind die "braunen Wattebällchen" gesundheitsschädlich?
9. Sind Teilchen der "braunen Wattebällchen" lungengängig?
10. Warum sollte Augenkontakt vermieden werden?
11. Sind die "braunen Wattebällchen" umweltschädlich und müssen "eingesammelt" werden? Wenn ja, wer macht das?
12. Mit welchen Reinigungskosten rechnet die HKW-GmbH?
13. Wo muss was gereinigt werden?
14. Ist Grünkohl im Garten noch genießbar oder muss er entsorgt werden? Bitte um kurzfrisitge Antwort. Welche Folgen haben diese "Bällchen" sonst noch auf die Gartenböden?
15. Welche Folgen und Auflagen hat der Störfall für das HKW - von Seiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe als Aufsichtsbehörde und von der Polizei?

Wir sind auf Ihre Antworten gespannt.

Mit freundlichen Grüßen

Gundi und Heinrich Köhler (Bürger)

weitere Unterzeichner:

Regine Hahn, für den Bürgerverein Nordstadt e. V.
Herta Wahl, Mitglied im Bürgerverein Nordstadt e. V.
Bernd Zilly, für den Bürgerverein Mäuerach, der damals ca. 230 Unterschriften abgab
Dr. Bernd Grimmer, für die Unabhängigen Bürger (UB)
Regine Einfeld, für BUND Nordschwarzwald
Peter Gebhardt, Ing.Büro BUND
Lore Schöninger, Bürgerin

Gundi und Heinrich Köhler
Hohe Steige 2A
75181 Pforzheim
Tel. / Fax 07231-560444
www.Buerger-reden-mit.de >> dort nachzulesen.

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Kopie an RP KA, EBM Heidt, Aufsichtsräte des HKW, AfU, Presse
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PZ vom 16.01.2010: Pressemitteilung

Braune Wattebällchen haben sich am Freitagmorgen über der Pforzheimer Nordstadt verteilt.
Foto: Ketterl (im Anhang)

 


"Watteregen" über der Pforzheimer Nordstadt


PFORZHEIM. Auf einigen Dächern der Nordstadt hat es am frühen Freitagmorgen eine Art „bräunliche Wattebällchen“ geregnet. Der Grund: Ein Störfall im Heizkraftwerk.
Am frühen Freitagmorgen um 5.15 Uhr verursachte ein Leck an einem Rohr im Heizkraftwerk Pforzheim nach Angaben der Pforzheimer Stadtverwaltung eine Betriebsstörung. Durch einen so genannten „Rohrreißer“ kam es zu einer
Spontanverdampfung des Kesselwassers. Durch den starken Druckstoß wurde der Schalldämpfer im Schornstein beschädigt und die Steinwolle, die als Dämmmaterial dient über den 100 Meter hohen Schornstein herausgeschleudert.
In Teilen der Nordstadt gab es daraufhin einen Niederschlag von kleinen Flocken des Dämmmaterials.“ Es handelt sich dabei nicht um eine Schadstoffemission aus der Verbrennung. Es sollte Augenkontakt vermieden werden“, so Erster Bürgermeister Roger Heidt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wurde als Aufsichtsbehörde informiert, auch die Polizei wurde benachrichtigt.
Die Größe der Wattebällchen beträgt zwischen ein und drei Kubikzentimeter. Parallel zur Einschaltung der zuständigen Stellen wurden dem Chemischen Institut Proben zur Untersuchung vorgelegt. Mögliche Reinigungskosten „werden
zu Lasten der HKW-GmbH gehen“, so Erster Bürgermeister Roger Heidt. pm