Derivate-Streit: Pforzheim blickt nach Alabama

Die Auseinandersetzung zwischen der US-Bank JP Morgan und dem Kreis Jefferson County im US-Bundestaat Alabama hat das Interesse von Pforzheims Oberbügermeister Gert Hager geweckt. Jefferson County hat sich wie Pforzheim mit Zinsderivat-Geschäften verspekuliert, allerdings in weitaus größeren Dimensionen von insgesamt über drei Milliarden US-Dollar bei verschiedenen Banken, und konnte im Sommer die Gehälter der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst nicht mehr zahlen.

Nun haben sich JP Morgan und Jefferson County geeinigt: Die Bank verzichtet auf rund 65 Prozent ihrer Außenstände bei dem Landkreis. Das entspricht rund 750 Millionen US-Dollar. Pforzheim hat JP Morgan auf Rückerstattung der entstandenen 57 Millionen Euro Schaden verklagt. Ein Vergleich über eine Quote wie in Jefferson County brächte der Stadt immerhin 36 Millionen Euro. Die Rechtssysteme der beiden Länder ließen sich indes nicht eins zu eins vergleichen, sagte Pforzheims Rechtsamtsleiterin Andrea Hermesmeier. Womöglich sei JP Morgan deshalb in den USA verhandlungsbereiter. "Mit uns sprechen sie nicht einmal", sagte OB Gert Hager.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Pforzheimer Zeitung

Pforzheim blickt nach Alabama

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