Glückauf der neuen Landesregierung

Glückauf der neuen Landesregierung

Leserbrief von Gundi Köhler

Zum PZ-Artikel am Samstag, 2. April 2011: PZ-Interview mit Stefan Mappus "Das Leben geht weiter"

 

Der Ausspruch von Herrn Mappus "Ich vermute mal, mit 45 wäre es auch ein bisschen fatal, mich die nächsten 20 Jahre hinten in den Landtag reinzusetzen..." ist genial. Prognostiziert er dieser neuen  Landesregierung doch damit mindestens 20 Jahre "Laufzeit". Schön, dass er sich mit dem Wechsel in Stuttgart so schnell abgefunden hat. Für seine Abwahl sind natürlich alle anderen schuld, so auch Rainer Brüderle mit seiner wahren, aber für ihn unbequemen Aussage. Wäre es nicht besser, mit sich selbst "ins Gericht zu gehen", statt einen Sündenbock für die verlorene Wahl zu suchen und - wie seine FDP-Kollegen - Demut zu üben? Und, wie Herr Kretschmann so schön sagt, eine harte Oppositionsbank regt das Denken an.

Wir Bürger nehmen es nicht mehr hin, von Politikern bevormundet und dirigiert zu werden. Es dürfte - spätestens jetzt bei diesem Wahlergebnis selbst Herrn Mappus klar sein, dass die "Basta-Politik" vorbei ist. Gut, dass die neue Landesregierung neue Wege gehen will. Traurig nur, dass Stefan Mappus dieser neuen Regierung ein "faules  Ei" in Form von weit überteuerten, für rund 4,7 Milliarden Euro auf Pump gekauften  EnBW-Aktien hinterlassen hat. Diese EnBW-Aktien werden garantiert ins Unermessliche fallen und dem Haushalt in Baden-Württemberg schaden - ganz abgesehen von den für diese Aktien zu bezahlenden Zinsen. Ich bin gespannt, ob dann die CDU mit erhobenem Zeigefinger und laut schreiend auf dann steigende Schulden im Ländle reagiert. Denn das Gedächtnis der CDU-ler scheint keine lange Laufzeit zu haben. Das zeigte in jüngster Vergangenheit der  Umwelt-Schwenk bei der Bundesregierung. Aber dieses "Restrisiko" der EnBW-Aktien wird die neue Landesregierung in BW in den von Herrn Mappus eingeräumten nächsten 20 Jahre mit einer "Brückenlösung" ohne Atomkraft sicherlich mit Bravour bewältigen.Denn ein Sprichwort sagt schon "Not macht erfinderisch".
Also: Glückauf der neuen Landesregierung!