Pforzheim - Nicht der Müll, sondern die Regelungen stinken zum Himmel

Es geht um die Müllabholung an steilen Straßen (Würm, Herdlesweg). In Würm war bis Ende 2012 die Welt in Ordnung. Die Müllabfuhr klappte.

 

 

Die Verantwortlichen der Pforzheimer Verwaltung und auch die Mehrheit des Gemeinderats haben ein funktionierendes Müllsystem dilettantisch und stümperhaft über Bord geworfen. Angesagt ist Gewinnoptimierung für Fremde (jetzt Veolia). Vergessen wurde dabei, dass eine Kommune verpflichtet ist, den Müll der Bürger abzuholen und zu entsorgen. Wie sie das macht, ist Sache der Stadt. Die Aufgabe zu vergeben ist möglich, also eine quasi Teilprivatisierung. Die Abholung und Bereitstellung der Behälter muss jedoch auch dann für die Bürger kostendeckend und zumutbar sein.

 

So ist beispielsweise bereits bei der Planung eines Baugebiets in Steillagen Denken angesagt, dass keine steilen Stichstraßen geplant werden - so in Eutingen z.B. am Carl-Orff-Weg -, wo die schweren Müllkübel über weite Strecken bergauf geschleppt werden müssen. Die Stichstraße ist zu steil und es gibt keine Wendeplatte für die Müllabfuhr. Ein kluger Spruch sagt doch “eine gute Planung ist das halbe Leben“. Zumal durch Erschließungskosten, Grundsteuern usw. alle Bewohner gleich belastet werden und damit auch gleiche Rechte haben sollten.
Außerdem sollten unsere Stadtverantwortlichen den demografischen Wandel zur Kenntnis nehmen und bedenken, dass unsere älteren Mitbürger solchen Strapazen (Schleppen an Steilstraßen) körperlich und bei Vergabe der Aufgabe finanziell oft gar nicht gewachsen sind.

 

 

Aber die Stadtverwaltung macht es sich einfach und wälzt kurzerhand ihre Verantwortung auf ihre Bürger ab und verschanzt sich hinter sehr zu hinterfragenden Bestimmungen einer Berufsgenossenschaft. Diese Berufsgenossenschaft hat wohl noch nie davon gehört, dass beim Rückwärtsfahren eines LKW´s oder Müllfahrzeuges eine Person „einweisen“ muss. Beim bisherigen Müllsystem hat das doch eigenartigerweise (sogar in Würm, Herdlesweg) bis Ende 2012 auch geklappt.

 

Also, zurück zur Pferdekutsche! Das klappt auch in Steillagen. Oder: Abschaffen der Abholung. Gerne liefern wir Bürger den Müll vors Rathaus. Dort kann er dann problemlos stinken und auch problemlos (ohne Steillage) abgeholt werden. Ich glaube fast, dass sich das Abholproblem dann ganz schnell erledigt.